Wie selten ist Platin im Vergleich zu Gold?
Platin gilt als ausgesprochen seltenes Edelmetall. Ein Blick auf die Fördermengen ordnet das ein.
Nur ein Bruchteil der Goldförderung
Platin ist deutlich seltener gefördert als Gold. Die jährliche Minenproduktion liegt nur in einer Größenordnung von rund 180 Tonnen, während weltweit jedes Jahr grob das Zwanzigfache an Gold und ein Vielfaches mehr an Silber gefördert wird. Wie selten Platin ist, zeigt sich am deutlichsten im direkten Vergleich.
Knappheit mit Folgen
Diese Knappheit ist ein wesentliches Merkmal von Platin. Sie hängt auch damit zusammen, dass Platin nur in wenigen Regionen der Welt in nennenswerten Mengen vorkommt und der Aufbau neuer Minen viele Jahre dauert. Das Angebot reagiert daher träge auf Nachfrageänderungen.
Was Knappheit nicht verspricht
So eindrucksvoll der Vergleich ist: Seltenheit allein sagt nichts über den Preis. Der Platinpreis lag in der Vergangenheit zeitweise über, zeitweise unter dem Goldpreis. Aus der geringen Fördermenge lässt sich keine künftige Wertentwicklung ableiten.
Warum Platin so selten ist
Platin kommt in der Erdkruste nur in sehr geringer Konzentration vor und ist zudem auf wenige geologische Lagerstätten konzentriert. Um geringe Mengen zu gewinnen, müssen große Gesteinsmassen verarbeitet werden, was die Förderung aufwendig macht. Hinzu kommt, dass der Aufbau neuer Minen oft über ein Jahrzehnt dauert. Diese Faktoren erklären, warum die jährliche Fördermenge so klein ist und nur träge auf Preissignale reagiert.
Mal teurer, mal günstiger als Gold
Obwohl Platin seltener gefördert wird als Gold, ist es nicht automatisch teurer. In der Vergangenheit lag der Platinpreis zeitweise deutlich über dem Goldpreis, in anderen Phasen darunter. Der Grund ist die unterschiedliche Nachfrage: Gold wird stark als Wertspeicher gekauft, Platin vor allem industriell genutzt. Seltenheit allein bestimmt den Preis also nicht, und eine künftige Entwicklung lässt sich daraus nicht ableiten.
Seltenheit ist nicht alles
So beeindruckend die geringe Fördermenge ist, sie allein bestimmt den Preis nicht. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit der Nachfrage, und die kommt bei Platin überwiegend aus der Industrie. Schwächelt diese, kann selbst ein knappes Metall im Preis nachgeben. Umgekehrt können Angebotsstörungen bei anhaltender Nachfrage den Preis rasch treiben. Wer Platin wegen seiner Seltenheit interessant findet, sollte daher die Nachfrageseite ebenso im Blick behalten. Aus der Knappheit allein lässt sich keine künftige Wertentwicklung ableiten.
Quellen
Stand der Recherche: Juni 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Edelmetallpreise schwankten in der Vergangenheit und können auch fallen; aus historischen Entwicklungen lassen sich keine Aussagen über künftige Wertentwicklungen ableiten.