Wie entsteht der Goldpreis?
Der Goldpreis ist ein Weltmarktpreis. Eine zentrale Referenz dafür wird in London festgestellt.
Die Londoner Referenz
Als internationale Referenz dient unter anderem der zweimal täglich in London ermittelte LBMA-Goldpreis. Er wird im Rahmen eines elektronischen Auktionsverfahrens festgestellt und gilt als wichtiger Orientierungswert für den weltweiten Handel. Notiert wird er in US-Dollar je Feinunze.
Feinunze statt Gramm
International wird Gold nicht in Gramm, sondern in Feinunzen gehandelt. Eine Feinunze entspricht rund 31,1 Gramm. Wer einen Preis je Gramm sehen möchte, rechnet den Unzenpreis entsprechend um. Diese Einheit erklärt, warum Goldpreise oft in scheinbar krummen Beträgen angegeben werden.
Der Weg zum Euro-Preis
Der in Euro gehandelte Preis hängt zusätzlich vom Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar ab. Ein steigender Dollar kann den Euro-Preis also auch dann bewegen, wenn der Dollar-Preis unverändert bleibt. Der Goldpreis schwankt fortlaufend und kann auch fallen; aus seiner bisherigen Entwicklung lässt sich keine künftige ableiten.
Angebot und Nachfrage
Hinter dem Referenzpreis steht letztlich das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Auf der Angebotsseite stehen Minenproduktion und Recycling, auf der Nachfrageseite Schmuck, Industrie, private Anleger und die Notenbanken. Verschiebt sich eine dieser Größen deutlich, etwa weil Zentralbanken verstärkt kaufen oder die Schmucknachfrage einbricht, wirkt sich das auf den Preis aus. Weil viele dieser Faktoren gleichzeitig wirken, ist der Goldpreis kurzfristig schwer vorhersehbar.
Warum der Dollar zählt
Da Gold international in US-Dollar gehandelt wird, ist der Wechselkurs für deutsche Anleger eine zweite Stellschraube. Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, kann Gold in Euro teurer werden, selbst wenn der Dollarpreis gleich bleibt, und umgekehrt. Der Euro-Goldpreis bündelt also zwei Bewegungen: die des Goldpreises in Dollar und die des Wechselkurses. Das erklärt, warum sich der Goldpreis in verschiedenen Währungen unterschiedlich entwickeln kann.
Warum die Preise je Anbieter abweichen
Der Referenzpreis ist nicht der Preis, den ein Käufer im Laden zahlt. Auf den Materialwert kommen beim Kauf ein Aufschlag und beim Verkauf ein Abschlag hinzu, die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis. Sie deckt unter anderem Prägung, Handel und Logistik ab und fällt je nach Produkt und Menge unterschiedlich aus. Kleine Stückelungen tragen meist einen höheren Aufschlag je Gramm als große Barren. Diese Spanne sollte einkalkuliert werden, da sie durch die Preisentwicklung erst aufgeholt werden muss.
Stand der Recherche: Juni 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Edelmetallpreise schwankten in der Vergangenheit und können auch fallen; aus historischen Entwicklungen lassen sich keine Aussagen über künftige Wertentwicklungen ableiten.