Wer hält die größten Goldreserven der Welt?
Notenbanken zählen zu den größten Goldhaltern überhaupt. An der Spitze stehen die USA, gefolgt von Deutschland.
USA und Deutschland an der Spitze
Die mit Abstand größten staatlichen Goldreserven hält mit rund 8.133 Tonnen die USA. Deutschland verfügt mit etwa 3.350 Tonnen (Stand Ende 2025) über die zweitgrößten Goldreserven weltweit, verwaltet von der Deutschen Bundesbank. Dahinter folgen mit Italien und Frankreich zwei weitere europäische Länder mit langer Reservetradition.
Warum die Bestände so stabil sind
Die Goldbestände großer Notenbanken verändern sich meist nur langsam. Die Bundesbank etwa nimmt, abgesehen von kleinen Mengen für Goldmünzen, kaum Käufe oder Verkäufe vor, sodass ihr Bestand nahezu konstant bleibt. Zugleich kaufen viele Zentralbanken seit Jahren netto Gold hinzu, was die Bedeutung des Metalls als Reservewert unterstreicht.
Wo das deutsche Gold liegt
Die Bundesbank verwahrt ihren Goldbestand nicht an einem einzigen Ort, sondern verteilt auf mehrere Lagerstellen, traditionell in Frankfurt am Main sowie bei Partnernotenbanken in New York und London. Hintergrund ist, dass größere Bestände an internationalen Handelsplätzen liegen, um im Krisenfall schnell handlungsfähig zu sein. Die Bundesbank legt ihren Bestand regelmäßig in einer Barrenliste offen, was für ein hohes Maß an Transparenz sorgt.
Schwellenländer kaufen zu
Während die Bestände der westlichen Notenbanken seit Jahren stabil sind, haben vor allem Schwellenländer ihre Goldreserven ausgebaut. Länder wie China, Indien, die Türkei oder Polen kauften in den vergangenen Jahren kräftig hinzu, oft mit dem erklärten Ziel, ihre Reserven unabhängiger vom US-Dollar zu machen. Diese Käufe zählen zu den wichtigsten Stützen der weltweiten Goldnachfrage, sagen aber nichts über die künftige Preisentwicklung aus.
Reserven sind keine Sparbüchse
Goldreserven werden von Notenbanken nur selten verkauft. Sie gelten als langfristiger Anker der Währungsreserven und nicht als Mittel, um kurzfristige Haushaltslücken zu schließen. Die Bundesbank etwa nimmt außer kleinen Mengen für das Prägen von Goldmünzen kaum Verkäufe vor. Dass die großen Bestände über Jahrzehnte weitgehend unverändert bleiben, unterstreicht ihren strategischen Charakter. Diskussionen über mögliche Verkäufe tauchen zwar immer wieder auf, doch bislang halten die großen Halter an ihren Reserven fest.
Die genannten Tonnagen sind gerundete Größenordnungen aus öffentlich zugänglichen Statistiken und können sich im Zeitverlauf ändern. Neben Staaten zählt auch der Internationale Währungsfonds zu den größten Goldhaltern.
Stand der Recherche: Juni 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Edelmetallpreise schwankten in der Vergangenheit und können auch fallen; aus historischen Entwicklungen lassen sich keine Aussagen über künftige Wertentwicklungen ableiten.